Bezirksversammlung – Tag der Abrechnung

Am 25. September diskutierten die Mitglieder der Bezirksversammlung über den Jahresbericht 2025 des Bezirksamtes.

Für die SPD-Fraktion befasste sich die Vorsitzende Katja Kramer mit den drei Aspekten Wohnungsbau und Stadtplanung, medizinische Versorgung und Entwicklung der Vier- und Marschlande.

Kramer hob beim ersten Aspekt die Bedeutung des Wohnungsbaus hervor, mahnte aber auch eine moderne Stadtentwicklungspolitik an, die Wohnen, Kita, Freiraum, Gewerbe, Mobilität und Umwelt zusammendenke. Neben lebenswerten Wohnquartieren bedürfe es auch einer lebendigen Innenstadt, „in der Menschen wohnen, einkaufen, arbeiten, Kultur erleben und sich gerne aufhalten“. Und Kramer forderte zudem die Berücksichtigung des Klimawandels in der Stadtentwicklungspolitik: „Dort, wo es geht, müssen wir Flächen entsiegeln, Büsche und Bäume pflanzen. … Grünflächen, in denen Wasser versickern kann, Bäume, die Schatten spenden und die Temperatur herunterkühlen, erhöhen überall die Lebensqualität.“

Mit Blick auf die medizinische Versorgung und angesichts der steigenden Bevölkerungszahl forderte Kramer: „Wenn die Bevölkerung wächst, muss die Infrastruktur gleichfalls mitwachsen.“ Die Menschen bräuchten eine wohnortnahe und barrierefrei zu erreichende medizinische Versorgung. In diesem Zusammenhang komme dem Bethesda-Krankenhaus Bergedorf eine besondere Bedeutung zu. Es dürfe nicht auf eine Basisversorgung zurückgestuft werden, sondern müsse „seine über die Jahre erworbenen Fähigkeiten“ behalten und ausbauen. „Der Ausbau der zentralen Notaufnahme und der Aufbau eines integrierten Notfallzentrums gehören für uns dazu.“, betonte Kramer weiter.

Auch die Vier- und Marschlande bräuchten neuen Wohnraum. Doch Kramer warnte zugleich davor, „die Kulturlandschaft der Vier- und Marschlande zuzupflastern“. Statt dessen bräuchte es Wohnungsbau, der zur vorhandenen Struktur passe. Ein Ausbau der Infrastruktur gehöre dazu. Vor allem müsse es einen leistungsfähigen ÖPNV geben. „Bus, Fahrrad, Auto, Sharing-Angebote, autonomes Fahren und andere Mobilitätsformen müssen sinnvoll miteinander verbunden werden.“, so Kramer.

Zusammenfassend definierte Kramer die Ziele der SPD-Fraktion für den Bezirk Bergedorf: „Wir wollen einen Bezirk, der wächst, aber mit Augenmaß und sozial verträglich. Wir wollen Wohnungsbau, aber verbunden mit guter Infrastruktur und Grünflächen. Wir wollen eine lebendige Innenstadt und nicht nur eine Einkaufsstadt. Wir wollen eine gute medizinische Versorgung, heute und mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte. Und wir wollen starke Vier- und Marschlande, die ihren ländlichen Charakter bewahren und gleichzeitig Teil der Entwicklung und der Mobilitätswende sind.“

Neben dem Jahresbericht wurden auch diverse Anträge debattiert. Dabei wurden die SPD-Anträge Carsharing für die Vier- und Marschlande testen und Sicher und barrierefrei zum Sport – Sanierung des Zugangsweges zur Sporthalle am Katendeich jeweils mehrheitlich angenommen.